Da der Ruf von Whiskey, „Willi“ und Co. weit über Hessen reicht, lockte dies nun auch die Polit-Prominenz an.

Hoher Besuch zwischen Hochprozentigem: Staatsminister Axel Wintermeyer (2. v. r.) und Landrat Michael Cyriax (rechts) ließen sich die Produktionsräume am Krifteler Obsthof von Holger und Ralf Henrich (von links) zeigen.	Foto: Knapp

Hoher Besuch zwischen Hochprozentigem: Staatsminister Axel Wintermeyer (2. v. r.) und Landrat Michael Cyriax (rechts) ließen sich die Produktionsräume am Krifteler Obsthof von Holger und Ralf Henrich (von links) zeigen. Foto: Knapp

 

Kriftel. 

Sie haben schon wieder abgeräumt. Auf der internationalen Edelbrandmeisterschaft „Destillata“ in Salzburg hat der Obsthof am Berg mal wieder Preise einheimst – nicht zum ersten Mal inzwischen. Dabei ist aus dem traditionellen Obsthof längst eine gut funktionierende Brennerei geworden. Holger und Ralf Henrich haben in Geisenheim studiert, der eine Önologie, der andere Getränketechnologie.

Obstanbau ist aber nur noch Nebensache auf dem Hof am Hochfeld. Die Henrich-Brüder freuen sich zurzeit darüber, dass ihr Single-Malt Whisky „Gilors – Islay Cask Finish“ in seiner Kategorie zum „Edelbrand des Jahres“ ernannt wurde und damit der Beste unter allen mit Gold prämierten Whiskys ist. „Wir haben natürlich gehofft, gut abzuschneiden – dass wir aber mit allen drei Whiskys so ein gutes Ergebnis erzielen konnten, macht uns richtig stolz“, freut sich Ralf Henrich.

Das lockte jetzt auch Minister Axel Wintermeyer und Landrat Michael Cyriax nach Kriftel. Ausgezeichnete Brennereien ihrer Größe sind rar in Hessen. In mancher ländlichen Ecke des Landes gibt es alte Brennrechte, dort darf in geringem Maße auf einem Hof Schnaps aus eigenem Obst oder Getreide gebrannt werden. In Kriftel allerdings ist alles unter Zollverschluss – denn wo in größerem Maße Schnaps hergestellt wird, steht der Staat parat, um Steuern zu kassieren. Minister und Landrat taten aber so, als würden sie sich dafür nicht interessieren. Sie waren vielmehr neugierig, was in Kriftel an edlen Tropfen erzeugt wird, deren Ruf inzwischen weit über Hessen hinausgeht.

Platz zwei der Deutschen

Das ist an den Auszeichnungen zu sehen, die es in Österreich im März gab. Henrichs Whisky „Gilors im Fino Sherryfass“ erhielt für seine Qualität die Goldmedaille, die Variante im Portweinfass wurde mit Silber ausgezeichnet. Ebenfalls „Edelbrand des Jahres“ wurde der „Alte Apfelbrand im Cognacfass gereift“. Mit dem „Bananenbrand“, „Williamsbrand“ sowie „Alte Mirabelle im Spätburgunderfass gereift“ erzielten die Brüder jeweils eine Goldmedaille. Außerdem bekamen sie 15 Silbermedaillen und sechs Mal Bronze. Damit sind sie bei der „Destillata“ die zweitbeste Brennerei Deutschlands.

30 Tonnen Birnen

Die Meisterschaft ist übrigens die größte Edelbrandprämierung der Welt. Von den insgesamt 183 teilnehmenden Brennereien aus elf Nationen wurde der Obsthof am Berg in diesem Jahr erneut in den Kreis der 17 „auserwählten Destillerien“ berufen. Eine reife Leistung für die Brüder, denn erst 2005 ging mit der Zertifizierung des Obstbaubetriebes auch der Bau der Verschlussbrennerei einher. Zurzeit sind die Henrichs dabei, 30 Tonnen Birnen zu Schnaps zu verarbeiten. Und was nicht gebrannt wird, wird eben zu Marmelade.

(hpo)
Quelle :http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/Medaillen-Flut-fuer-die-Henrichs;art676,969350