Der Whisky der Brüder Holger und Ralf Henrich reift in gebrauchten Sherry- und Portweinfässern.  Foto: Martin Weis

Die Henrichs produzieren für ihren Hofladen und nicht für die Genossenschaft.

Der erste Jahrgang ist schon ausverkauft. Und der zweite Jahrgang des Krifteler Whiskys hat kürzlich bei dem Brenner-Wettbewerb „Destillata“ die höchste Auszeichnung bekommen: die Goldmedaille für den „Edelbrand des Jahres“. 2008 hatten sich Holger und Ralf Henrich vorgenommen zu beweisen, dass ein guter Whisky nicht unbedingt aus Schottland kommen muss und starteten ihr „Krifteler Whisky-Projekt“. Ein Jahr später begann die Produktion.

Weil Whisky mindestens drei Jahre reifen muss, dauerte es dementsprechend lange, bis der Krifteler Whisky, den die Brüder Henrich heute unter dem Namen „Gilors“ vermarkten, zu haben war. Seitdem die beiden den „Obsthof am Berg“ vor einigen Jahren von ihrem Vater übernommen haben, haben sie den Familienbetrieb umgekrempelt und modernisiert. Ein großer Teil des angebauten Obstes wird heute selbst vermarktet. Und die meisten Äpfel, Birnen oder anderen Früchte verarbeiten die Henrichs selbst weiter – zu Marmelade, zu Apfelwein und zu Obstbränden und Likören.

Gut und manchmal teuer

„Wir produzieren für unseren Hofladen und nicht mehr für die Genossenschaft“, stellte Holger Henrich anlässlich eines Besuchs von Landrat Michael Cyriax und Staatsminister Axel Wintermeyer fest. Die beiden CDU-Politiker bezeichneten den „Obsthof am Berg“ als Vorzeigebetrieb im Main-Taunus-Kreis.

Wie in anderen vergleichbaren Familienbetrieben herrsche bei den Henrichs ein hohes Qualitätsbewusstsein, sagte Wintermeyer. Und viele Kunden seien bereit, für hohe Qualität auch einen angemessenen Preis zu bezahlen. „Ich selbst liebe die Williams-Marmelade aus dem Hofladen“, erzählte Wintermeyer.

Als Beispiel dafür, dass Gutes manchmal teuer sein muss, nannte Ralf Henrich den Erdbeerbrand. „Aus 850 Kilo Erdbeeren haben wir elf Liter Alkohol destilliert. Die Flasche Erdbeerbrand kostet bei uns knapp 50 Euro. Im Supermarkt bekommt man Erdbeerlikör, der viel billiger ist. Aber der wird fast ohne Erdbeeren hergestellt.“

Genau so viel wie der Erdbeerbrand kostet der Whisky, dessen Grundstoff allerdings nicht auf dem Hof der Henrichs angebaut wird. Er wird aus schottischem Weizen hergestellt. Und auch einige der Fässer, in denen der Whisky zum Reifen gelagert wird kommen aus Schottland. „Je nach Sorte reift der Whisky in Fässern, die vorher für Sherry, Portwein oder anderen Whisky verwendet wurden“, verriet Ralf Henrich bei der Führung durch den Betrieb.

2500 Flaschen Whisky und Obstbrände werden in der hauseigenen Destille pro Jahr hergestellt. Entscheidend für den guten Geschmack des Endprodukts sei die Qualität der Rohware und die Erfahrung und das Können des Brennmeisters, so Henrich.

Das Risiko hat sich gelohnt

Zusätzlich zur Landwirtschaft und zum Hofladen betreiben die Henrichs noch eine Straußwirtschaft. „Ich bin froh, dass wir den Schritt zur Weiterverarbeitung und zur Selbstvermarktung gegangen sind“, sagte Holger Henrich. Auch wenn gerade die Brennerei ein gewisses Risiko gewesen sei: „Die Herstellung von Bränden dauert mehrere Jahre. Und man weiß vorher nicht, ob es etwas wird oder nicht.“

Von Jöran Haders
 
Quelle:http://www.fr-online.de/main-taunus/kriftel-der-geist-des-obstes,1472862,28085070.html

Da der Ruf von Whiskey, „Willi“ und Co. weit über Hessen reicht, lockte dies nun auch die Polit-Prominenz an.

Hoher Besuch zwischen Hochprozentigem: Staatsminister Axel Wintermeyer (2. v. r.) und Landrat Michael Cyriax (rechts) ließen sich die Produktionsräume am Krifteler Obsthof von Holger und Ralf Henrich (von links) zeigen.	Foto: Knapp

Hoher Besuch zwischen Hochprozentigem: Staatsminister Axel Wintermeyer (2. v. r.) und Landrat Michael Cyriax (rechts) ließen sich die Produktionsräume am Krifteler Obsthof von Holger und Ralf Henrich (von links) zeigen. Foto: Knapp

 

Kriftel. 

Sie haben schon wieder abgeräumt. Auf der internationalen Edelbrandmeisterschaft „Destillata“ in Salzburg hat der Obsthof am Berg mal wieder Preise einheimst – nicht zum ersten Mal inzwischen. Dabei ist aus dem traditionellen Obsthof längst eine gut funktionierende Brennerei geworden. Holger und Ralf Henrich haben in Geisenheim studiert, der eine Önologie, der andere Getränketechnologie.

Obstanbau ist aber nur noch Nebensache auf dem Hof am Hochfeld. Die Henrich-Brüder freuen sich zurzeit darüber, dass ihr Single-Malt Whisky „Gilors – Islay Cask Finish“ in seiner Kategorie zum „Edelbrand des Jahres“ ernannt wurde und damit der Beste unter allen mit Gold prämierten Whiskys ist. „Wir haben natürlich gehofft, gut abzuschneiden – dass wir aber mit allen drei Whiskys so ein gutes Ergebnis erzielen konnten, macht uns richtig stolz“, freut sich Ralf Henrich.

Das lockte jetzt auch Minister Axel Wintermeyer und Landrat Michael Cyriax nach Kriftel. Ausgezeichnete Brennereien ihrer Größe sind rar in Hessen. In mancher ländlichen Ecke des Landes gibt es alte Brennrechte, dort darf in geringem Maße auf einem Hof Schnaps aus eigenem Obst oder Getreide gebrannt werden. In Kriftel allerdings ist alles unter Zollverschluss – denn wo in größerem Maße Schnaps hergestellt wird, steht der Staat parat, um Steuern zu kassieren. Minister und Landrat taten aber so, als würden sie sich dafür nicht interessieren. Sie waren vielmehr neugierig, was in Kriftel an edlen Tropfen erzeugt wird, deren Ruf inzwischen weit über Hessen hinausgeht.

Platz zwei der Deutschen

Das ist an den Auszeichnungen zu sehen, die es in Österreich im März gab. Henrichs Whisky „Gilors im Fino Sherryfass“ erhielt für seine Qualität die Goldmedaille, die Variante im Portweinfass wurde mit Silber ausgezeichnet. Ebenfalls „Edelbrand des Jahres“ wurde der „Alte Apfelbrand im Cognacfass gereift“. Mit dem „Bananenbrand“, „Williamsbrand“ sowie „Alte Mirabelle im Spätburgunderfass gereift“ erzielten die Brüder jeweils eine Goldmedaille. Außerdem bekamen sie 15 Silbermedaillen und sechs Mal Bronze. Damit sind sie bei der „Destillata“ die zweitbeste Brennerei Deutschlands.

30 Tonnen Birnen

Die Meisterschaft ist übrigens die größte Edelbrandprämierung der Welt. Von den insgesamt 183 teilnehmenden Brennereien aus elf Nationen wurde der Obsthof am Berg in diesem Jahr erneut in den Kreis der 17 „auserwählten Destillerien“ berufen. Eine reife Leistung für die Brüder, denn erst 2005 ging mit der Zertifizierung des Obstbaubetriebes auch der Bau der Verschlussbrennerei einher. Zurzeit sind die Henrichs dabei, 30 Tonnen Birnen zu Schnaps zu verarbeiten. Und was nicht gebrannt wird, wird eben zu Marmelade.

(hpo)
Quelle :http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/Medaillen-Flut-fuer-die-Henrichs;art676,969350

 

Die Brüder Holger (links) und Ralf Henrich aus Kriftel produzieren Hochprozentiges - seit einigen Jahren auch Whisky.	Foto: Knapp

Frankfurter Neue Presse, Höchster Kreisblatt

...Seit einigen Jahren versucht sich ein lokaler Anbieter an dem alkoholischen Klassiker, dessen Herstellung eine Wissenschaft für sich ist. Und das durchaus mit Erfolg. "MacHenrdricks", besser bekannt als die Firma Henrich vom Obsthof am Berg in Kriftel, prosuziert mit "Gilors" einen Whisky Eigenmarke. "Ein Feldversuch" war es, als die Brüder 2009 begannen, mal nicht mit Obst, dafür mit Getreide zu experimentieren, "Obstbrände machen wir schon lang", sagte Holger Henrich, "wir wollten etwas Neues ausprobieren". Die beiden studierten Getränketechnologen begannen mit vier Fässern zu 100 Litern. Dreí Jahre muss das Getränk lagern, bevor es sich Whisky nennen darf. Die Erstlingsproduktion von rund 450 Flaschen war bereits 2012 ausverkauft. Dazu Henrich: "Die Leute haben gesagt: Was ihr da macht, ist richtig gut!" Das führte dazu, dass die "MacHendricks" weiter destillierten. 2010 waren es 800 Liter, im Jahr darauf schon 1800. Im vergangenen Jahr erhielten sie für ihren "Gilors" die Auszeichnung "Newvomer des Jahres" Das spornte die Henrich-Brüder weiter an. Eigens für die Messe kreierten sie eine spezielle Sorte, einen "Islay Single Malt" aus nur einem Fass und mit 49 € Euro eher hochpreisig.

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Frankfurter Neue Presse, Höchster Kreisblatt,  28. Oktober 2013

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein Main (hier lesen)

Holger und Ralf Henrich, Aromaschnüffler aus Kriftel, produzieren gut 30 verschiedene Brände und Liköre. Bei der internationalen Edelbrandmeisterschaft in Wien gewannen sie jüngst die Bronzemedaille als „Edelbrenner des Jahres 2013“

...Und was andere Aroma-Meister wegen des schnell verfliegenden Aromas ungern tun, war für die Bürger der Erdbeergemeinde wohl eine Pflicht: Sie experimentierten solange mit den auf eigenen Feldern gezogenen Früchtchen, bis sie einen Erdbeerbrand destillieren konnten, der ebenso mit Gold prämiert wurde. „Nach dieser Ehrung fühlte ich mich wie im siebten Brennerei-Himmel“, gesteht Ralf, der jüngere der Henrich-Brüder...

FAZ, 04. April 2013

 
 

Die Presse - Sonderbeilage (Destillata)

... Erwartung erfüllt 

Platz drei der Destillata Gesamtwertung und damit den Titel „Edelbrenner des Jahres 2013 – Bronze“ ging an die Brüder Holger und Ralf Henrich aus Kriftel in Hessen, die damit ihren letztjährigen Spitzenplatz bestätigen konnten.

Als letztes Jahr das Brüderpaar aus Hessen erstmals im internationalen Wettbewerb antrat und sich auf Anhieb im Spitzenfeld platzierte und darüber hinaus als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet wurde, ahnte man schon, dass das kein Zufallstreffer sein würde. Und dass die beiden bei der Destillata 2013 gleich in vier Kategorien nicht zu schlagen waren und unter 163 teilnehmenden Betrieben den dritten Gesamtrang belegten, verwunderte nicht wirklich. Für den Bananen Brand vergab die Destillata Fachjury die Höchstnote von 20 Punkten und schwärmte von einem „großartigen, ausgereiften Produkt“. Der Erdbeer Brand überzeugte ebenso wie die beiden im Cognacfass gereiften Brände „Alter Apfel“ und „Alte Zwetschke“.

 Die Presse, 22. März 2013

 

Frankfurter Rundschau - fr-online

Ein süßlich-rauchiger Duft liegt in der Luft über dem Obsthof am Berg. Er strömt aus einem gut eineinhalb Meter hohen Behälter, der offen im Innenhof steht. Was darin gerührt wird, ist geschrotetes Malz in 80 Grad heißem Wasser. Noch ist es eine trübe braune Brühe, in gut drei Jahren wird daraus eines der edelsten Getränke der Welt – ein Single Malt Whisky.

Frankfurter Rundschau, August 2012

Journal-Frankfurt, Genuss MAGAZIN

Zum ersten Mal dabei und gleich siegreich: Der Obsthof am Berg aus Kriftel wurde bei der internationalen Edelbrandmeisterschaft Destillata in Tirol zum "Newcomer des Jahres 2012" gekürt und heimste noch weitere Preise ein.

Journal Frankfurt, 27. März 2012

Frankfurter Neue Presse, Höchster Kreisblatt

Ziemlich stolz sind Ralf und Holger Henrich vom Obshof am Berg vom Wettbewerb "Destillata 2012" zurückgekehrt, wo sie erstmals teilgenommen hatten...

HK, März 2012

Frankfurter Neue Presse, Höchster Kreisblatt

Kriftel. Was kann ein Bauer machen, wenn er auf seinem Obst sitzenbleibt ? Nun, er kann jammern, klagen und am Ende die Ernte verramschen oder wegwerfen. Oder er kann sich überlegen, was er daraus sonst noch machen kann...

HK, Januar 2012

FRM Frankfurter-Rhein-Main Zeitung
RHEIN-MAIN TV, Bericht

200 Tonnen Erdbeeren werden Jahr für Jahr im Obstgarten des „MTK“ geerntet. Macht eine halbe Million ordentlich belegte Erdbeertorten. Nicht genug, um damit zufrieden zu sein. Zumindest nicht für Holger und Ralf Henrich, die Erben des „Obsthofs am Berg“ in Kriftel.

FRM, Juli 2011